Von Phasenschweinen und Schweinehunden

Ich neige zum Extrem, ich bin ein Phasenschwein – war ich schon immer und werde es wahrscheinlich auch leider immer bleiben. Kennt noch jemand Phasenschweine? Ich kenne ja einige in meinem Umfeld, was mich immer ein bissel beruhigt, man fühlt sich nicht so alleine.
Was ein Phasenschwein ist? Beispiele gefällig? Ich stricke gerne, mit Hingabe und in Massen, temporär. Manchmal lese ich im Akkord und wenn ich auch noch eine(n) tolle(n) Autor(in) entdecke und es bereits mehrere Titel gibt, kann es sein, ich lese die jeweiligen Bände am Stück weg. Handwerkliche Tätigkeiten? Klar, kann ich nicht genug von kriegen und muss regelmäßig neue Projekte finden. Sind sie erledigt, ist es auch wieder füre ine ganze Weile gut. Kulinarische Vorlieben? Es gab eine ganz schlimme Reissalatphase, Nudeln mit Salat, Maultäschlesalat und in Kürze steht definitiv die Spargelphase an.
Ein ganz großes Thema meines Phasenschweindaseins ist Sport! Letztes Jahr habe ich den Aschermittwoch zum Kick-Off-Termin erklärt und durchgestartet nachdem ich lange nichts gemacht hatte. Ich habe mich vorsichtig herangetastet, mich endlich zum Laufen aufgerafft und zumindest bedingt Spaß daran gefunden. Da ich der Meinung bin, man muss erst einmal extrem starken, um sich einzupendeln, habe ich das auch wirklich durchgezogen. Zum Laufen kam eine morgendliche Mischung aus BBP-Übungen und Yoga zur Entspannung, im Spätsommer dann noch Fitness-Studio und somit Gerätetraining, Ausdauer und Zumba. Traumhaft, denn ich habe mich wirklich gut und fit gefühlt, klasse Ausgleich zum Arbeitsalltag, Rücken gestärkt und einige Kilos sind gepurzelt.
Zugegeben mit einigen Höhen und Tiefen, aber es ging relativ lange gut. Dann kam der Winter, Laufen im Freien war nicht meins und so ging es auf’s Laufband, was auch okay war. Aber was habe ich oft gedacht, wie schön es wäre, morgens wieder durch den Park zu laufen. Ja, jetzt wäre es definitiv soweit, nur … Das bisherige Jahr steht im Zeichen der fliegenden Kuh, es ist so viel los und passiert, dass ich kaum hinterher komme. Dazu kam noch eine Erkältung und schwupps kein Sport mehr. Mittlerweile bin ich natürlich wieder gesund, nur beim Sport war ich seit Wochen nicht mehr und dieses Jahr wollte der Vorsatz mit der Fastenzeit auch nicht wirklich fruchten.
Da warten sie auf ihren Einsatz …
Nun stehe ich da und schaue dem Bruder des Phasenschweins ins Auge: dem Schweinehund! Denn irgendwie ist diese schöne Vorstellung des morgendlichen Laufs in weiter Ferne, das gute Gefühl nicht mehr vorstellbar und überhaupt kann ich mich nicht aufraffen. Jeden Abend ist mein inneres Mantra, „Morgen früh gehst Du laufen und Du wirst Dich klasse fühlen“ – oder auch nicht. Warum bin ich so? Was hindert mich daran, es einfach zu tun? Ich versuche mich selbst auszutricksen, habe also wieder mit Morgengymnastik angefangen und prompt die Quittung für mein Nichtstun zu spüren bekommen: Muskelkater!
Nichts desto trotz habe ich Hoffnung! Ich werde es diesen tierischen Gesellen zeigen, werde die Kuh weiter fliegen lassen, den Schweinehund einfach ignorieren, dem Muskelkater beweisen, dass ich den längeren Atem habe und das sportliche Phasenschwein reaktivieren und versuchen, es in ein kontinuierliches, treues Tier zu verwandeln … Nur welches? Sportschwan? Laufente?
Bis dahin schaue ich wie jetzt weiter aus dem Fenster und sehe den Park hinterm Haus, Sonne bescheint die Wege und die Luft ist klar nach einer regnerischen Nacht – ein super Morgen zum Laufen, aber ich schreibe ja gerade am Blogbeitrag. Aber morgen oder an Ostern, da geht es sicher raus 😉

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