Gartenparadies in Hochform

Man kann nie genug Lavendel haben, sagte eine Freundin ...

Das Gartenparadies explodiert gerade förmlich … Ich mag diese Zeit so gerne! Ich frage mich täglich, wann und wie sich alles so fabelhaft entwickelt hat.
Wenn die Gartensaison anfängt und alles noch überschaubar ist, kann ich mir jedes Mal kaum vorstellen, dass einige Zeit später eine grüne Oase entsteht, die ganz geschützt zum Verweilen einlädt …

 

 

 

Aus der Saisonküche: Holunderblütengelee

Frisch aus der Saisonküche direkt zum Verzehr ... Lecker!

Es ist ja immer eine Frage von wenigen Tagen, um genau den richtigen Moment zu erwischen: Dann heißt es, Hounderblüten ernten und zu köstlichem Gelee zu verarbeiten.
Der zarte Duft zieht unaufhaltsam durch die Wohnung und macht schon richtig Appetit auf eine Scheibe Brot mit Gelee … Das schöne an dieser saisonalen Leckerei: Sie ist unkompliziert in der Herstellung – und hält über die Saison hinaus.
Schmeckt auf Brot und pur und ebenso im sommerlichen Drink 😉
Einfach genießen!

 

Weinkisten im Gartenparadies

Weinkisten bepflanzen

Eine liebe Freundin meinte kürzlich, sie halte uns für die Hornbach-Familie:  „Es gibt immer was zu tun: Yippie Ja Ja Yieppie Yeah!“ Da ist etwas dran und nachdem die Wohnungsrenovierung ja abgeschlossen ist, habe ich mir den Garten vorgenommen.
In diesem Jahr haben leider einige Buchssträucher den Kampgf gegen den Zünsler verloren. Dafür ist mein Kräuterbeet explodiert. Es ist toll, wenn alles gut gedeiht, aber wenn es Überhand nimmt … Kurzer Prozess also: Buchs raus und Kräuterbeet ebenfalls.

Soweit so gut, nur: Wo kommen die Kräuter jetzt hin und was wird aus den leeren Buchsstellen? Große Gefäße, tolle Töpfe, Terrakotta, Zinkwannen – es gibt ja etliche Möglichkeiten. Eine Idee schlummerte aber schon länger in mir und zwar Weinkisten!
Der Trend mit den Kisten hält sich ja schon etwas länger in Form von Tischen, Regalen etc.
Leider sind Weinkisten entsprechend teuer geworden. Aber mit ein bissel Geduld und Recherche habe ich doch noch einen netten Winzer gefunden, der sie mir zu einem bezahlbaren Preis verkauft hat.


Also, Weinkisten gekauft, dazu Bootslack und Teichfolie und schon konnte das Projekt Kräuterkisten starten. Die Weinkisten wurden gesäubert, getrocknet und dann konnte ich sie lackieren, damit sie ein wenig witterungsbeständiger sind.
Im Anschluss habe ich die Folie angepasst und die Kisten sorgfältig damit ausgekleidet. Es lohnt sich eine Vorlage aus Pappe zu machen, wenn man mehrere Kisten hat. Dann geht das Zuschneiden der Folie mit dem Cutter wirklich fix. Zwischendrin kam ich mir ein bissel wie in der Nähstube vor 😉
Folie in die Kiste und gut festtackern. Abschließend habe sie für den Wasserablauf mit Löchern und Schlitzen versehen.

14 kleine und 2 große Weinkisten, ca. 1000 Tackerklammern, 14 Quadratmeter Teichfolie und etliche Liter Bootslack später sind die Kisten nun genauso wie ich sie mir vorgestellt habe!
Zeit für den letzten Schritt: Erde in die Kiste geben und nach Lust und Laune bepflanzen. Die großen Kisten beherbergen Blumen und der Großteil der kleinen Kisten Kräuter. Ich habe teilweise alte Kräuter umgetopft und mit neuen ergänzt.
Da ich das ursprüngliche Beet komplett aufgelöst habe, gibt es jetzt ein ganz anderes Konzept und mal zur Abwechslung ein bissel farblichen Holzdekor drumrum. Ich bin happy!

Prompt fragt meine Mutter: „Was ist eigentlich dein nächstes Projekt?“ Was soll ich sagen – ich bin halt Frau Hornbach junior und ich habe da noch so einige Ideen …
Und außerdem: Selbstmachen macht glücklich!

So grün, so lecker … Frühes Ernteglück mit Bärlauch

Es grünt so unfassbar schön grün: Der Bärlauch als früher Bote hat bei mir für erstes Ernteglück gesorgt! Pünktlich zum diesjährigen Angrillen hat er sich im Garten b(e)reit gemacht und sich am Wochenende direkt in köstliches Bärlauchpesto verwandelt, das sich hervorragend mit dem Fleisch verstanden hat. Lecker!

Wer also Frisches für die Frühjahrsküche ausprobieren mag, sollte zum knoblauchartigen Gewürz greifen. Da Bärlauch in der Regel ab März wächst und sich nicht zum Trocknen eignet – da verliert er zu viel von seinen ätherischen Ölen und somit vom Geschmack – ist er somit gerade wirklich Saisonware.

Entsprechend heute meine Bärlauch-Empfehlung , weil die beste Erntezeit (je nach Wetter) ab jetzt bis ca. Mitte Mai ist!
Wer nicht das Glück hat, ihn im eigenen Garten zu haben, wird auf dem Markt oder in der Natur fündig. Aber zwei Mal Vorsicht!
Bärlauch - naumimadeBärlauch ähnelt Maiglöckchen und die sind giftig. Genau hinschauen und riechen ist angesagt: Bärlauch hat einen matteren Grünton als die glänzenden Maiglöckchen, der Duft macht aber den Unterschied noch deutlicher: Mit den Fingern am Blatt reiben oder ein Blatt anknicken und wenn Ihr dann den Knobi-Duft wahrnehmt, seid Ihr richtig!
Bärlauch darf nicht überall gepflückt werden. Wenn Ihr in der freien Natur auf die Suche geht, achtet darauf, dass Ihr nicht gerade in einem Naturschutzgebiet unterwegs seid – dort dürft ihr logischerweise nicht ernten, weil das Gebiet ja geschützt ist.

Frühling auf der Zunge
Aber zurück zum lukullischen Aspekt: Geschmacklich ist Bärlauch eine Mischung aus Schnittlauch und Knoblauch – jedoch ohne die Geruchsnebenwirkungen 😉 Bonus obendrauf ist, dass er nicht nur lecker, sondern auch gesund ist und sich u. a. positiv auf Verdauung, Stoffwechsel und Cholesterin auswirkt.

Ich verwende ja in der Küche die Blätter der Pflanze und die Blüten höchstens als Deko, auch wenn man sie ebenfalls essen kann. Einfach die Blätter abschneiden und flugs kleingeschnitten aufs Brot, in einen Frühlingsquark oder in den Salat gegeben – und schmecken lassen! Auch in Eurer Kräuterbutter macht sich der grüne Frühlingsbote super – und da sind wir wieder beim Grillen.

Mein Favorit ist ja Bärlauchpesto: Lässt sich super zubereiten und ist toll für den Grillabend, weil es zu Fleisch wie zu Gemüse, Käse etc. famos schmeckt und die Reste – sofern es welche gibt – lassen sich auch als Brotaufstrich ganz prima genießen.

Kleiner Rezepttipp für Bärlauchpesto:
Ernteglück – naumimadeIch nehme so einen kleinen Standmixer, indem Ihr auch einen Smoothie machen könntet. Die Menge variiert nach Bedarf und ich bin ja so ein „nach Gefühl-Kocher“ … Aber ein anständiger Bund Bärlauch darf es schon sein!
Ihr gebt also Bärlauch, gerne mit ein wenig Basilikum und ggf. Blutampfer als Ergänzung in einen Mixer.
Dazu kommen Pfeffer, Salz und der Saft einer halben Limette sowie gutes Olivenöl (einige Esslöffel, Ihr seht, ob es glatt wird) und eine Handvoll geröstete Pinienkerne.
Als Variante darf auch noch eine kleine Chili-/ Peperonischote in die Mischung springen.
Wer mag, ergänzt um eine Handvoll geriebenen Parmesan, ohne hält es sich aber länger.

Tipps:
Bärlauchpesto im Glas - naumimadeWenn Ihr eine größere Menge zubereitet, empfiehlt es sich den Bärlauch peu à peu hinein zu geben, damit der Mixer alles glatt und gut verarbeitet.
Sollten noch Reste im Mixer hängen, gießt Ihr ein bissel Öl und Essig dazu, schüttelt kräftig und schwupps habt Ihr noch eine super Sauce für Euren Salat.
Für die Aufbewahrung einfach in ein kleines Marmeladenglas füllen und ab in den Kühlschrank.

Ob Bärlauchkenner oder Neuling – das saftige Grün macht Lust auf Frühling, Garten und mehr und schmeckt einfach köstlich! Ausprobieren!

PS: Um ehrlich zu sein: Das fotografierte Pesto wurde in diesem Fall von meiner Tante zubereitet – bleibt aber in der Familie 😉