Laufen, ein Selbstversuch oder der Kampf mit dem Schweinehund

Ich bewundere ja Menschen, die regelmäßig joggen. Ich finde die Vorstellung, morgens eine Runde joggen zu gehen einfach toll. Sich zu bewegen, danach frisch geduscht und einfach fit in den Tag zu starten, klingt doch eigentlich ganz verheißungsvoll. Doch das war immer eine Fantasie, bei der es dann auch blieb.
Gut, ich habe schon während des Studiums und auch danach immer wieder Versuche unternommen, aber dieses Läufergefühl hat sich bei mir nie eingestellt. Ich fand es langweilig anstrengend und einfach …. ach, lassen wir das. Doch seit einiger Zeit will ich ja EIGENTLICH wieder mit Sport anfangen … Der Plan war, entweder endlich wieder ein Fitnessstudio zu finden (bezahlbar und doch attraktiv) oder einfach mal mit den Gegebenheiten zu arbeiten. Laufen wäre ja was, denn direkt hinter dem Haus ist ein kleiner Park und wenige Meter weiter gibt es zwei große Parks und ständig sieht man Läufer. Meine Vorbereitung beinhaltete ein langsames Herantasten, mentales Einstimmen und sich selbst verarschen: Morgens beim Aufwachen habe ich mir vorgestellt, wie toll es doch sicher wäre, jetzt laufen zu gehen. Systematisch habe ich schon mal die Laufkleidung rausgesucht und in der Wohnung verteilt. Frei nach dem Motto: Wenn der Anfall kommt, dann soll es auch gleich losgehen können. Dann habe ich den Laufguide für Frauen (blv) gelesen, den ich wirklich interessant und hilfreich fand. Theorie alles bestens …
Dann kam Ostern und ein paar freie Tage. Zeit also, den Plan in die Tat umzusetzen. Als Unterstützung dient das iphone – wer hätt’s gedacht 😉 – mit der micoach App von adidas. Ich habe einen Plan erstellt und mich dem Probetraining gestellt: Absolut ernüchternd! Ich bin so was von unfit und einfach nicht dafür gemacht. Ich schleppe mich mit Platsch-Platsch-Entenschritten voran, tippel vornehm mehr so auf der Stelle oder walze vor mich hin. Dazwischen sehe ich Menschen, die so leichtfüßig und geschmeidig laufen, dass es eine Freude ist, ihnen zuzuschauen. Dazwischen ich: knallroter Kopf, schnaufend und nach spätestens 2 Minuten bin ich am Ende meiner Kraft. DAS ist kein fishing for compliments, sondern die bittere Wahrheit. Warum nur, ist ausgerechnet Laufen sooo schwer?
Mittlerweile sind 5 Wochen vorbei und meine erste Planungseinheit ist fast vorbei. Ergebnis: Ich stehe tatsächlich früh auf und gehe raus. Mittlerweile laufe ich, je nach Programm meine 20-30 Minuten und schaffe es tatsächlich, am Stück zu joggen – hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich bin immer noch unendlich langsam, muss zwischendrin gehen, mich von anderen überholen lassen, bin knallrot, schwitze nicht wirklich ladylike, keuche, verfluche mich zwischenzeitlich, hasse Jogger und Gassi-Geher, die mich zwingen weiter zu laufen, weil es mir zu peinlich ist anzuhalten und bin absolut dankbar, dass Dodo weiß, wo sie mich aufkratzen muss, wenn ich nicht in der Agentur erscheine.
Ich bin da ganz ehrlich: Ich bin immer noch kein Jogger, aber zum ersten Mal macht es ansatzweise Spaß und ich sehe tatsächlich Fortschritte, was motivierend ist. Zudem ist es wirklich großartig am frühen Morgen draußen zu sein. Die App ist cool und verschafft Abwechslung und Spaß. Mittlerweile finde ich meinen Rhythmus, weiß, welche Musik mich antreibt und fühle mich gut, wenn ich merke wie sich meine Füße doch etwas leichter vom Boden heben … Keine Ahnung wie lange das anhält, aber ich plane fest, die 2. Einheit anzugehen.
Noch jemand, der einen Selbstversuch wagt? Dann kommen hier noch meine Top-Laufhits:Gonny fly now
Je veux
The bad touch
Chariots of fire
Going the distance
That’s not my name
Harder, better, faster, stronger

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