Urlaub mit italienischem Lebensgefühl

Morgenlauf
Es ist schon eine ganze Weile her seit meine Füße das letzte Mal Sand berührt haben, der am Meer liegt … Nach einer Woche Italienurlaub weiß ich: Das möchte ich wieder öfter haben! Zudem möchte ich diese entspannte Atmosphäre der Italiener noch eine Weile in mir tragen und bewahren. Urlaub ist immer anders und Alltag in Italien ist sicher nicht nur entspannt, aber ich mag diese heitere, durchaus lautere und leidenschaftliche Stimmung, die ich eine Woche erleben durfte. Da macht man sich bei vielen Sachen nicht so rum, da genießt man auch einfach mal (habe ich) und man geht einiges ruhiger an, was ich auch manchmal sollte 😉

Bei 35° und einem wunderbaren Licht habe ich mich pudelwohl gefühlt. Ich habe reichlich köstliche italienische Leckereien geschlemmt habe und bei den Fischgerichten besonders an meinen Vater gedacht, anständig Farbe bekommen, viel gelesen, entspannt und festgestellt, dass Laufen am Morgen entlang eines Strandes eine ganz andere Motivation darstellt als der Park hinterm Haus 😉 Für den nächsten Urlaub weiß ich auch, dass ich möglichst keine Lederwaren mit nach Italien nehme (Eulen nach …), denn ich habe doch ein klitzekleines bissel geshoppt 😉
Es war mein erster Italienurlaub seit langem, aber ich habe mich erinnert, dass mich früher schon der Umgang der Generationen fasziniert hat. Das hat mich auch jetzt beeindruckt und gerührt. Der Kreissaal scheint unweit des Strandes zu sein – da werden die Kleinsten bereits an den Strand gebracht, da gibt es Großfamilien, die mit drei- vier Generationen Ausflüge machen und mit der gleichen Selbstverständlichkeit, mit der Kinderwagen durch den Sand gezogen werden, schiebt man Rollstühle ans Meer, damit alle mitkommen können. Ob alt oder jung, man unternimmt gemeinsam etwas und macht sich eine schöne Zeit. Keiner scheint aufgrund seines Alters oder Gebrechens ausgeschlossen und man lebt einfach. Sinnbildlich dafür hat sich ein Bild in mein Gedächtnis gebrannt: Während eine ältere Dame ihre Strandtasche ablegt, um sich einzurichten, hat auch ihr Ehemann sich bereits hingesetzt – und seine Beinprothese unter den Schirm gestellt. Normaler Alltag – der mir aber mit so einer Selbstverständlichkeit in Deutschland noch nicht begegnet ist.
Daher habe ich mich wohl auch in eine „Mädchen-Clique“ verliebt … Ca. acht italienische Damen im Alter 75+, die wie 20 15-jährige gekichert haben, während sie untergehakt gen Meer staksten und im Wasser Ringelreihen tanzten, plantschten und einfach nur Spaß hatten! So möchte ich auch mal alt werden und die Mädels meines Vertrauens ahnen es: Es geht mit uns so bald wie möglich nach Italien – wir müssen das üben bis zum hohen Alter!
Ich habe die Zeit auf jeden Fall in vollen Zügen genossen, Kraft getankt und abgeschaltet. Seit einer Woche bin ich zurück und stelle fest, dass mein inneres „Duracell-Häschen“ wohl noch durch den Pinienwald hoppelt, denn noch bin ich entspannt 😉

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