Glück, Schicksal, Zufall …

Es gibt ja tatsächlich Glücksfälle, glückliche Zufälle, schicksalhafte Begegnungen bzw. Ereignisse. Ich wäre wohl nicht nach Marburg gezogen, hätte Medienwissenschaft studiert, viele tolle Menschen kennengelernt usw. hätte ich nicht vor einer gefühlten Ewigkeit beim Jobben eine nette Frau kennengelernt, die eine Tochter hatte, mit der ich, wie sich herausstellte, studierte. Diese Tochter wiederum plante nach Marburg in eine WG zu ziehen, um Medienwissenschaft zu studieren … Das war durchaus eine Begegnung, die viel dazu beigetragen hat, wie sich mein Leben entwickelt hat.
Ich denke, dass es oft Zufälle im Leben sind (oder wie auch immer man es nennen möchte), die uns einen gewissen Weg einschlagen lassen. Inwieweit solche Fügungen oder das Schicksal mit höheren Mächten verbunden sind, möchte ich hier gar nicht diskutieren – das wird endlos.
Gerade kürzlich hatte ich es aber mit einer lieben Freundin davon, dass es schon komisch ist, dass Menschen nur das Glück bei anderen sehen, nicht die Entwicklung, nicht die weniger glücklichen Seiten … Wenn etwas Tolles passiert, sich etwas positiv entwickelt, sich neue Möglichkeiten auftun, heißt es häufig, „Da hast Du aber Glück gehabt! Du bist wirklich von der Sonne geküsst, vom Leben und Schicksal verwöhnt, ein Glückspilz … “ Natürlich gibt es Dinge, die scheinen tatsächlich aus heiterem Himmel zu kommen und man fragt sich selbst, wie das sein kann. Das ist toll und in solchen Fällen freut man sich riesig – und das darf und soll man auch! Menschen, die aber alles nur auf das Glück der anderen (und ihr eigenes Unglück) schieben, nach dem Motto, „So viel Glück möchte ich auch mal haben!“ nerven.
Wenn einem tatsächlich etwas in den Schoß fällt, ist das klasse und bei Menschen, die einem nahestehen gilt eh nur eines: sich mitfreuen! Doch wenn alles nur Glück wäre, hätten wir doch nichts in der Hand und könnten nicht selbst für unser Lebensglück einstehen und es beeinflussen. Mit Glück allein ist es selten getan! Wie heißt es so schön? „Jeder ist seines Glückes Schmied“ – sprich, man muss etwas dafür tun. Einfach die Hände in den Schoß legen, reicht nämlich meist nicht.
„Bereit sein ist viel, warten können ist mehr, doch erst den rechten Augenblick nützen ist alles.“ (Arthur Schnitzler) Oft bedarf es doch des Mutes und des Zupackens. So oder so sollte man aufmerksam sein, damit die Chancen nicht an einem vorbeiziehen, sondern man sie wachen Auges sieht – und ergreift! Ob man sich dann vom Leben verwöhnt, belohnt oder entschädigt fühlt, sei dahingestellt. Wenn der Zeitpunkt kommt, man also „Glück hat“, sollte man zugreifen, die Gunst der Stunde nutzen, sich freuen, dankbar sein und es einfach genießen!

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